Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

AbonnentenAbonnenten: 2
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 814

Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Gast2 » 6. Mär 2014 15:48

Hallo liebe Forumnutzer,

wir haben kürzlich ein Alpaka gekauft, das jetzt sichtlich fehlgeprägt ist. Es ist uns gegenüber zwar nicht aufdringlich und verhält sich normal, aber wenn Fremde kommen rennt es drohend am Zaun entlang, macht Balzgeräusche bei Frauen und hat schon ein Kind heruntergedrückt. Kleinen Jungs gegenüber wird er aufdringlich, rempelt, möchte sie unterordnen und fremde Männer möchte er vertreiben.

Nun wollten wir eigentlich die Alpakas als Attraktion nutzen und Wanderungen anbieten. Ich gehe seither nicht mehr mit Freude in den Stall, wenn ich Besucher kommen sehe, ich schäme mich und habe Angst, was er nun schon wieder anstellen wird.

Zwar kommt niemand wirklcih zu Schaden, aber ich finde es sehr beunruhigend und auch unsere Gäste wundern sich...

Nun meine Frage: ich habe ihn drei Monate und möchte ihn dem Besitzer zurückgeben. Dieser weigert sich und behauptet, er würde nie ein fehlgeprägtes Tier verkaufen. Man müsse dem Hengst nur mal zeigen, wer der Chef ist und ihm den Hals hinunterdrücken... Das hört sich ja für mich gleich nach einer saftigen Fehlprägung an, wenn ich um Ränge mit einem Tier kämpfen muss. Kann ich das gerichtlich erwirken, dass er ihn zurücknimmt? Kann ich mein Geld zurückfordern? Brauche ich ein Gutachten? Haben Sie Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation? Danke vielmals!!! Theresia
Gast2

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon vogelsberglamas » 6. Mär 2014 16:28

Hallo,
ob der Verkäufer das Tier zurücknehmen muss ist fraglich. Falls es vor Gericht ginge müsste sicher bewiesen werden, dass das Tier bereits eine Fehlprägung hatte. Stelle mir dies schwierig vor. Allerdings sagt es - falls das Tier fehlgepräft ist und dafür spricht einiges - auch etwas über den Verkäufer aus...
Wir waren selbst einmal in einer ähnlichen Situation, auch keine Rücknahme und das Ende fand sich im Schlachthof. Mit ruhigem Gewissen war nicht an Verkauf oder ein Verschenken zu denken, schon gar nicht an Kontakt mit Gästen.
Also sicher eine schwierige Kiste. Vielleicht ist eine gütliche Einigung mit reduziertem Rückkaufpreis zu verhandeln??

Grüße aus dem Vogelsberg
Silke
vogelsberglamas
Beiträge: 50
Registriert: 03.2012
Wohnort: Alsfeld-Lingelbach
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Gast2 » 6. Mär 2014 16:43

Daran wäre zu denken. Allerdings gibts uns der Verkäufer die Schuld. Bei ihm sei das Tier immer normal gewesen. Das Mineralfutter würde das Tier wild machen. Haha.
Das Tier ist ja schon älter, also können wir es sicher NICHT fehlgeprägt haben. Ist das Ende denn wirklich der Schlachthof? Das täte mir sehr leid.

Danke für die Antwort. Wie war denn euer Tier?
Gast2

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon vogelsberglamas » 6. Mär 2014 16:59

Sicher ist, dass es nicht am Mineralfutter liegen kann.
Wenn der Verkäufer behauptet, sein Tier sein bei ihm normal gewesen steht Aussage gegen Aussage. Sicher eine kräfteraubende und schlußendlich nutzlose Diskussion.
Unser Tier hat sich nach einigen Tagen bereits auffällig in der Herde gezeigt. Man musste immer auf der Hut vor ihm sein. Als ihm eine Mitarbeiterin nur knapp entkommen ist stand - schweren Herzens - der Entschluß fest. Ich war bis zum Schluß bei ihm, das war ich ihm wohl schuldig. Fehlgeprägt kam er ja nun mal nicht auf die Welt, irgendjemand hat es verbockt. Heute bin ich froh, diesen Entschluß auch zeitnah gefasst zu haben. Man muss auch Realist bleiben und Menschenleben geht vor Tierleben.
vogelsberglamas
Beiträge: 50
Registriert: 03.2012
Wohnort: Alsfeld-Lingelbach
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Susi » 7. Mär 2014 07:36

ich denke mal, ein gewerblicher Verkäufer hat ja eine Gewährleistungspflicht für seine "Ware"
Sicher war das Tier schon fehlgeprägt, als es gekauft wurde... Wie alt ist denn der Hengst?
Könnte man natürlich entgegenhalten, dass der Käufer das Tier ja besichtigt hat... wobei sich manche Tiere ja in veränderter Umgebung auch verändert verhalten... schwierig...
ich würde es vom Kaufpreis abhängig machen... ob es sich lohnt zu streiten oder ob man es als "Lehrgeld" abtut...
Als "Wandertier" ist so ein Alpaka sicher nicht zu gebrauchen... evtl töten, oder vielleicht an erfahrene Halter abgeben, wo das Alpaka "nur" in der Gruppe mit anderen NWK leben darf....als letzter Versuch suzusagen... wenn das nicht klappt, bleibt ja immer noch die endgültige Lösung...
Schöne Grüsse
Susanne
Benutzeravatar
Susi
Administrator
Beiträge: 2309
Registriert: 03.2008
Wohnort: Kollmitz
Geschlecht: weiblich

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon lamahof » 7. Mär 2014 07:51

Auch bei einem gewerblichen Verkäufer gilt das Tierkaufrecht im Sinne des BGB. Er muß es nicht zurücknehmen, wenn nicht sichtbare oder bekannte Krankheit vorliegt. Fehlprägung gilt als psychologischer Fehler, aber nicht als physische Krankheit. Ist zwar doof, aber es ist so.
Den Hals herunterdrücken und zeigen, wer der Chef ist, muß man bei normal erzogenen Tieren NICHT - das zeigt eigentlich schon, daß da irgendwas bei der Erziehung nicht richtig gemacht wurde.
Natürlich kann es sein, daß das Tier seinen früheren Besitzer als derartiges "alpha-Tier" betrachtet hat, daß es dieses Verhalten ihm gegenüber nicht gezeigt hat. Das schließt aber eine Fehlprägung nicht aus. Und selbst wenn Du Dich jetzt als Chef durchsetzt, wäre mir persönlich das Risiko gegenüber anderen Leuten viel zu groß. Hinweis: KEINE Versicherung übernimmt die Kosten, wenn sich herausstellt, daß ein fehlgeprägtes Tier Schaden am Menschen verursacht hat. Soweit sind einige Versicherungen übrigens durchaus schon. Ich hatte da mal eine Diskussion darüber mit jemandem, der hier angerufen hat und sich bei mir diesbezüglich erkundigte (das war eine Versicherung - allerdings habe ich das erst danach erfahren. Sie haben mich aufgrund meines Artikels auf der Homepage kontaktiert.)
So, wie Du das beschreibst, würde ich das Tier auf keinen Fall in die Nähe von Leuten lassen, die Gäste oder ähnliches sind.
Es kann auch nicht am Mineralfutter liegen - das ist Quatsch. Es sei denn, Du verfütterst Aggressionshormone - was ich bezweifle. Gibt es dann bei NWKs überhaupt?
Zadik-Lamas auf dem Märkischen Lamahof
www.maerkischer-lamahof.de

Andentiere im Süden von Berlin - Trekking und Zucht seit 20 Jahren..
Benutzeravatar
lamahof
Beiträge: 1022
Registriert: 08.2008
Wohnort: Berlin/Brandenburg
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon lucky » 7. Mär 2014 08:44

Auch ich habe mir mal so ein Alpaka "eingehandelt".
Anfangs war der bildschöne Graue unauffällig,dann fing er an seine Kumpels zu tyrannisieren,schliesslich kamen wir dran.Er ging uns so massiv an dass wir unseren Hoftierarzt um Hilfe baten.
Alle waren wir uns einig: es war keine Lösung den Alpakahengst in einer Box zu halten damit er die Besucher und uns nicht gefährden kann. :(
Das Ende für den Berserker war die Spritze,durch das Gatter gesetzt.
Auf meine Bitte beim Verkäufer um Rückzahlung des Kaufpreises für dieses Alpaka ernete ich zunächst nur die in diesen Fällen übliche Antwort:"bei mir hat er das nie gemacht"und obendrein noch Beschimpfungen und überhaupt hätte ich gar keine Ahnung!
Meine Reaktion war die Vorderung mir seinen Sachkundenachweis vorzulegen und die Ankündigung das Vet- und Finanzamt bei ihm mal nach dem Rechten schauen zu lassen.Das hat den Verkäufer des Fehlgeprägten soweit umgestimmt dass er mir den VK-Preis erstattete.
http://frankenlamas.magix.net

Change your attitude with a change to Latitude
Bild
Benutzeravatar
lucky
Moderator
Beiträge: 2298
Registriert: 03.2008
Wohnort: thurnau
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Heike2 » 7. Mär 2014 10:14

Hallöchen und einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :D

Du Gast,
hast du noch mehr Alpakas oder ist er alleine?
Gruß
Heike

12 Alpakas, 4 Katzen, 3 Hunde(1x groß/ 2x klein), Hühner, Enten, Gänse, Kanarienvögel, Zebrafinken und eine handvoll Bienen.
Heike2
Beiträge: 280
Registriert: 10.2010
Wohnort: 93499 Zandt
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Thalpaka » 7. Mär 2014 10:40

oje, das klingt gar nicht gut, wie traurig für das Tier, aber ein wirklich agrssives Tier zu halten - gerade als Kleinhalter - das geht nicht, so traurig es ist... :(
Ich weiß nicht, ob ein Rechtsstreit etwas bringt, aber es ist gut möglich, dass Du Erfolg hättest. Eine Bekannte von mir hat ein Tier verkauft, von dem sie nicht wusste, dass es einen Herzfehler hatte. Zum Schluss hat sie den Prozess verloren...
Liebe Grüße, Wiltrud

4.0 Alpakas, 2.0 Lamas, 0.1 Katze, 3.1 Kaninchen, 1.5 Wachteln, 2.0 Rothörnchen, 1.0 Streifenhörnchen

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin,
und niemand ginge, einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
Benutzeravatar
Thalpaka
Beiträge: 2350
Registriert: 02.2011
Wohnort: Schiffweiler
Geschlecht: weiblich

Re: Gekauftes (fehlgeprägtes) Tier zurückgeben

Beitragvon Gast2 » 17. Mär 2014 10:52

Hallo, der Besitzer nimmt also die Alpakas nicht wieder zurück. Es sind zwei Hengste. Ich habe hier ein wenig gesucht und einen super Beitrag zum Thema Fehlprägung gefunden, der hat mir sehr geholfen. Habe ihn und sein doofes Verhalten ignoriert und er verhält sich nun fast wie ein normales Alpaka. Nur bei Hunden kommt er zum Zaun und droht, wohl auch aus Angst vor dem Hund. Fremde sind immer noch unter Beobachtung, aber ich meine, es ist schon viel besser geworden. Werde ihn jetzt noch nicht aufgeben und versuchen, mit ihm zu arbeiten. Ich kann ihn nicht sonderlich gut leiden, wenn er diese wilden Augen macht... aber sicherlich kann ich dadurch etwas lernen und richtig gefährlich wurde er ja noch nicht. Da kann ich dann immer noch die Notbremse ziehen. Aber ich finde, er hat eine Chance verdient, gerade aus schlechter Haltung kommend (wird mir jetzt immer mehr bewusst, wenn ich höre, was mir der Vorbesitzer rät) z.B. mit Wasser anspritzen, wenn er zum Zaun kommt oder am Hals zu Boden drücken :shock: . Ich hätte da schon gerne so etwas wie ein Vertrauensverhältnis :roll: und antworte nicht gerne mit Gegengewalt.

Wir werden einen Bereich der Weide einzäunen, wo Besitzer nicht so leicht hinkommen können. Ich danke euch für eure Hilfe.
LG Theresia
Gast2

Nächste

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast