Ein Spinner, Fehlgeprägt oder was sonst?

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Beitragvon Arthemis » 6. Mär 2009 21:31

Hallo Chewpaka..
erstmal herzlich willkommen hier....
Nu verstehst Du warum ich einen Spinner hab...in Skala einteilen kann ich den auch nicht...der ist halt so wie er ist!
Ich mag dieses Wort Berserker nicht...denn das ist ein Tier das auf Menschen losgeht...und sowas möcht ich nicht im Stall haben....
Ich find es ist wichtig das einem bewust ist was man da im Stall hat,sowas wie wenn ich mir einen Jagdhund anschaffe kann ich auch nicht ohne Leine durch den Wald(auch wenn der noch so gut erzogen ist)
Und dann geht das auch mit nem Spinner...nur ich glaube die entwickeln sich auch noch weiter und man muß entscheiden wie lange es gut geht...
Und ich hoffe doch schwer das sich mein Juppi bis ins hohe Alter benehmen kann...man muß sich der Gefahr bewußt sein!!!
Liebe Grüße aus der Eifel

Diana

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Beitragvon INTI » 6. Mär 2009 21:48

Hi Chwepaka!
Nö, da muß ich Dir widersprechen! Unsere vergessen einmal Erlerntes nicht so schnell wieder... Sie fragen nur manchmal nach, ob es denn immer noch gilt :lol:
Nee, also die erinnern sich wirklich sehr gut an einmal Erlerntes, was leider auch für erlernte Unarten gilt.

Marty hatte doch bei zu viel Aufdringlichkeit empfohlen, mit nem Fächer, Diskusscheibe oder so auf die Nase zu geben, oder? Wo sind die Marty-Experten hier?

Beim Führen kann es helfen, das lange Ende des Strickes gegen die Vorderbeine baumeln zu lassen, um das Tier zurück zu weisen, wenn es vordrängt. Ansonsten abdrehen und wenden, aber nicht wegschieben, schieben erzeugt meist nur Gegendruck...

Einige sollen auch viel Erfolg mit Clickertraining haben aber ich bin kein Freund von Belohnungen aus der Hand... und so konditioniert man ja den Clicker...

Grüße Martina
"Kaum ist die Ernte einer Erfahrung glücklich eingebracht, wird der Acker vom Schicksal umgepflügt." Johann Nestroy

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Beitragvon Geli » 7. Mär 2009 02:34

Chewpaka hat geschrieben:
Trotzdem fehlt mir in dieser diskussion irgendwie der Ansatz einer Verhaltenstrainings bei dem etwaige Unarten eventuell begradigt werden können.
Eines hab ich nämlich auch bereits bemerkt. Lamas lernen zwar schnell, vergessen aber auch schnell gewisse Sachen.


Moin Chewpaka,

dass Lamas schnell lernen und vergessen und trotzdem ihr Berserkerverhalten nicht ablegen ist kein Widerspruch.
Klar ist, dass man Lamas ein paar "Unarten" abgewöhnen kann, aber das Grundlegende Verhältnis zu Menschen und das daraus resultierende Verhalten ihnen gegenüber nicht.

Berserker sind auch nicht unbedingt sehr aggressive Tiere und erst recht keine Monster.
Ich habe seit 18 Jahren einen Berserker und er ist von meinen drei Lamas durchaus nicht das aggressivste sondern eher moderat und zurückhaltend.
Andererseits lässt er sich vom Oberlamaherdenchef natürlich auch nicht alles gefallen.

Allerdings ist er der (im menschlichen Sinne) cleverste von den dreien, weil er eben, durch seine Erfahrungen als Jungtier, die Menschen sehr viel besser einschätzen kann und auch mehr Interesse an ihnen hat und sie deshalb mehr beobachtet.

Diese Cleverness führt allerdings auch dazu, dass er sehr genau weiß, welche Menschen er angreifen kann und bei welchen er es besser bleiben lässt.

Ich gehe mit Dir konform, dass ich dieses "Berserkertum" nicht für eine Prägung (im K. Lorenzschem Sinne) halte, aber ein Lama, dass seinen Fluchtinstinkt bei Menschen verloren hat (nicht weil es diese Artgenossen hält, sondern für harmlos) und schon mehrmals Menschen unter sich zu liegen hatte, wird man dieses Verhalten nicht mehr abgewöhnen können wie eine "Unart".
Da Lamas aber sehr schlau sind, werden die "Berserker", die von ihrem Grundcharakter wenig aggressiv sind, eher relativieren, ob es sich z.B. grad lohnt einen Menschen anzugreifen und ob dieser auch besiegbar ist, so wie sie es auch anderen Lamas gegenüber machen.

Andererseits habe ich auch schon erlebt, wie mein "Berserker" einem Mann zwei Rippen gebrochen hat, weil dieser ihn unerträglich gereizt hat.

INTI hat geschrieben:Unsere vergessen einmal Erlerntes nicht so schnell wieder... Sie fragen nur manchmal nach, ob es denn immer noch gilt Laughing


Da muss ich INTI voll zustimmen. Alle paar Wochen probiert mein "Berserker" ob er mich nicht doch erwischen kann und dadurch in Rangordnung aufsteigen und womöglich sogar die Macht über die Futterkiste erlangen kann.

Susi hat geschrieben:Und das mit dem Arbeiten, mit dem Lama, so wie Ilse beschrieben hat, hilft bestimmt das Verhältnis Mensch-Lama
zu klären und em Lama seinen Platz in dieser Beziehung deutlich zu machen


Nach meinen Erfahrungen ist das Gegenteil der Fall, jedenfalls dann, wenn schon mal was "passiert" ist. Lässt man das Berserkerlama in Ruhe, hat es auch weniger Grund etwas mit den Menschen ausfechten zu müssen. Leider heißt das nicht, dass dann nichts mehr passieren kann, aber wenn das Lama kein "Aggressivling" ist, ergeben sich weniger Gelegenheiten für Konflikte und weniger Bedürfnisse etwas beweisen zu müssen.

Meine Erfahrungen sind ja einzelfallbezogen und gelten für ein Lama, dass vom Charakter nicht aggressiv und eigentlich ein ziemlicher "Schisser" ist,
dennoch hat dieses im Grunde friedliche Viech schon mehrere Menschen verletzt und wäre nicht er, sondern mein Oberlamaherdenchef der "Berserker", hätte ich die Verantwortung dafür wohl nicht übernehmen können/wollen und hätte ihn vermutlich eingeschläfert.

Wie es um SamaLs Lama bestellt ist, vermag ich von hier aus nicht zu beurteilen.
Es kann ja gut sein, dass es nur versehentlich jemanden umgerannt oder geschubst hat, aber nur weil es sich nicht dauernd wie ein Monster gebärdet, ist das noch keine Versicherung dafür, dass es kein "Berserker" ist.

Gruß
Geli
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Beitragvon INTI » 7. Mär 2009 10:26

Hallo Chwepaka!
Du schreibst:
Wegen Schwanz auf dem Rücken: wenn wir mit Samals Lama spazieren gehen und er als Erster gereiht ist hat er stets seine Schwanz auf "Halbmast", seine restliches Gehabe ist jedoch stets entspannt. Irgendwie wiederspricht sich das doch oder,INTI? Kann es doch nicht einfach auch nur Unsicherheit sein?

Dieser leicht erhobene Schwanz ist ein Aufmerksamkeitszeichen.
Wenn sich die Tiere unterordnen, dann klappen sie den Schwanz komplett auf den Rücken. Das machen Fohlen von Anfang an bei der Mutter, dann kann diese besser schnüffeln, dass es das richtige Fohlen ist. Alle Jungtiere machen es den Älteren gegenüber meist noch in Verbindung mit einem "Diener", d. h. sie "buckeln" fdabei. Sieht lustig aus... Irgendwie gehen sie in den Schultern runter und verbiegen den Hals, ich vermute, um kleiner zu wirken...
Ist besonders putzig, wenn sich so ein Lama von 1-2 Jahren versucht kleiner zu machen als ein ausgewachsenes älteres Alpaka....
Hat irgendwer Fotos von dieser Schwanzhaltung?
Herzliche Grüße Martina
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Beitragvon SamaL » 7. Mär 2009 23:39

Hallöchen alle miteinander!!

Habe brav die ganze Zeit mitgelesen und finde es sehr interessant wie ihr alle unterschiedlich darüber denkt. Kann zu 100% unterschreiben was Geli am Schluss geschrieben hat. Natürlich würde unser Lama über die Regenbrücke gehen müssen, wenn er einen Menschen attackieren würde, über das sind wir uns ALLE einig. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass dieser IST-Zustand bleibt. Mit dem wäre ich schon sehr zufrieden.

Ich bin wahrscheinlich in diesem Punkt Optimist und denke mir, das man mit Training noch einiges verbessern kann. Einen Dank auch an Arthemis, werden ihn nicht mehr zurückdrängen.

Habe ganz am Anfang die Frage gestellt wegen dem Wandern:


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Ich habe gehört, dass beim gehen die Lamas eine bestimmte Reihenfolge haben, stimmt das? Wir müssen nämlich mit ihm immer als erster gehen, denn wenn er hinter den 2 Damen geht, (schon öfter probiert) wird er ganz nervös und dränt nach vorne.
Ist das normal? Obwohl das hab ich vergessen zu schreiben, er in der Rangordnung der Niedrigste ist, d.h. beim Fressen kommt er erst dran, wenn die anderen Beiden fertig sind. Allerdings kann man mit ihm auch alleine fortgehen, das resultiert wahrscheinlich daraus, dass er sehr viel Zeit ohne Artgenossen verbracht hat.


Danke für all die Bemühungen.

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Beitragvon Heike » 8. Mär 2009 00:45

Hallo,
Das mit der Reihenfolge kann was mit der Fehlprägung zu tun haben. Meine Stute hat auch einen kleinen Schlag und bei ihr ist es wie von dir beschrieben. Sie muss vorne laufen sonst macht sie Theater. Ansonsten ist eine Laufreihenfolge nicht unüblich. Haben meine Jungs auch.
Gruß
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Beitragvon lucky » 8. Mär 2009 09:00

@ samal und chewepaka:

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Beitragvon Mr. Higgens » 8. Apr 2009 15:42

Hallo zusammen!
Hochinteressant - diese Diskussion hier!
Frage: bei Schafböcken ist es leider sehr häufig, dass auch bei normalgeprägten Tieren mit 3-5 Jahren "ein Schalter umgelegt wird" und sie innerhalb von Tagen richtig aggresiv werden - was sich schlecht bis gar nicht wieder umkehren läßt und von schmerzhaft bis tödlich enden kann (ich stimme nicht zu, dass ein "kleines Lama" nicht tödlich sein kann, wenn es will, dafür sind uns fast alle Tiere in Schnelligkeit und punktierter Kraft überlegen) - gibt es das bei Kameliden auch?

Damit unsere Jungs gar nicht erst auf dumme Ideen kommen (sie sind ganz normal und nett) sollte man was tun?

was ich mitbekommen habe:
nicht vorgehen lassen,
nicht aus der hand füttern, es sei denn in Verbindung mit Belohnungston o.ä.
Kamelidenverhalten nicht kopieren (Mensch ist Mensch, Lama ist Lama), also nicht wegdrücken, runterdrücken, in die Beine beissen (mit den Händen :mrgreen: )
und sowieso nicht:
anschreien,
schlagen,
trotz offensichtlicher Panik fixieren,
Nase zuhalten oder hinnehmen, dass Nase von Strick oder Halfter zugedrückt wird

what else?

Ich beziehe mich gerade auf erwachsene Alpakas - von Crias hab ich gar keine Ahnung - da gibt es bestimmt noch andere NoNos ....

Danke für eure Erfahrungen,
Mira
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Beitragvon Arthemis » 8. Apr 2009 21:21

NASE...
da fällt mir grad wieder was ein...mein Schwager...war da noch nicht so bewandelt mit NWK...mein kleiner Spinner hat am Halfter rumgetänzelt...und er hat wie man das bei Pferden ja auch macht den Strick über die Nase gelegt...FOLGE:Der wurd noch nervöser...WEIL:Er hat keine Luft mehr bekommen...find ich megawichtig zu wissen...wenn wir am ersticken sind würden wir auch mal so gar nicht ruhiger...
Ach und als der Strick wieder von der Nase war ,war alles O.K. und der ist ruhig mitgelaufen...
Liebe Grüße aus der Eifel

Diana

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Beitragvon Susi » 9. Apr 2009 08:29

Wir haben ja noch nicht so lange NWKs, aber ich hab auch noch nicht davon gehört, dass "aus heiterem Himmel" ein Tier aggressiv geworden wäre, meistens zeichnet sich das zunehmend distanz- und respektlose Verhalten wohl allmählich ab

Ich denke mal, wenn Deine Tiere bis jetzt keine solche Anzeichen zeigen, musst Du Dir wirklich "Mühe" geben, um sie aggressiv zu machen ;-)

Wir lassen das aus der Hand füttern auch sein, weil die Tiere dann einfach furchtbar aufdringlich werden und ein wüstes Gespucke losgeht, das mucss nicht sein
Und anspucken oder beissen (auch imitieren) sollte man sicher auch nicht, man ist ja schliesslich kein andres Lama

Aber ab und zu nen Schrei lass ich schon mal los, wenn sie nicht spuren wollen. Also nicht beim Training, sondern wenn sie zB in ihren Stall gehen sollen oder aus dem Stall raus oder vom Eingan weg, das klappt auch ganz gut, sie merken schon, wenn es "ernst" wird.

Wenn ein Tier Panik hat, würd ich erst mal gar nichts mit ihm machen, ausser es "muss" sein, wie zB beim Scheren, dann eben Augen zu und durch so schnell es geht, hinterher sind sie wieder erstaunlich ruhig

Aber, soviel ich weiss, ist doch noch kein Mensch durch ein Lama oder Alpaka zu Tode gekommen, oder? Ausser vielleicht verhungert, weil ihm das Geld ausgegangen ist :mrgreen:

Ne, im Ernst: Klar sollte man sich bewusst sein, wie man verhindern kann, dass ein Lama aggressiv wird und woran man ein aggressives Tier erkennt, aber ich finde den Umgang mit Pferden zB wesentlich gefährlicher, auch bei "friedlchen" Tieren
Und in nem Pferde-Forum ist das Unfall-Thema sicher nicht so verbreitet
Schöne Grüsse
Susanne
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