Haltung bei arktischen Verhältnissen

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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon INTI » 26. Feb 2018 11:21

Alpakawetter ist diese Kälte nicht, was die Tiere lieben ist das trockene Wetter und den Sonnenschein.
Sie überstehen die Kälte, wenn sie genügend Wolle drauf haben und im Vorjahr nicht zu spät geschoren wurden. Jungtiere, alte Tiere, geschwächte Tiere, sie alle leiden bei der Kälte besonders.
Das Gerücht, dass die Tiere gerne draußen liegen und sich einschneien lassen, hält sich leider hartnäckig. Es kostet den Tieren Überwindung, einen Stall (= Höhle) aufzusuchen. Sie tun es zur Not zur Nahrungsaufnahme, aber liegen, in Ruhe Wiederkäuen und schlafen, wo sie als Fluchttier schlecht weg kommen? Nein, da legen sie sich notgedrungen in die Kälte und lassen sich einschneien. Unter ihrem Körper bilden sie einen Wärmepuffer. Sie stehen dann ungern auf, weil sie diesen kleinen selbst geschaffenen Wärmepuffer ungern aufgeben und ihn neu bilden müssen, wenn sie sich woanders hin legen, was wiederum Energie kostet.
Wenn sie allerdings Unterstand/Stall gewöhnt sind, dann liegen sie bei diesen Temperaturen drinnen! Außer es ist zu wenig Platz und die Ranghöheren lassen sie nicht. Also: Wenn die Tiere vor dem Unterstand liegen und sich einschneien lassen, dann sperrt sie nachts ein. Meist reichen ein paar Nächte und sie liegen danach freiwillig drinnen, wenn genug Platz ist.
In den Anden erfrieren immer wieder entsetzlich viele Tiere, weil sie eben nicht frostfest sind und keine Schutzmöglichkeit haben!
Besorgte Grüße Martina

P.s. hier mal ein Beispiel: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_ ... /7/26.html
"Kaum ist die Ernte einer Erfahrung glücklich eingebracht, wird der Acker vom Schicksal umgepflügt." Johann Nestroy

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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon Jürgen » 26. Feb 2018 12:33

Oha! :(
Dann waren meine Gedanken ja nicht ganz so verkehrt...
Tatsächlich liegen meine Jungs durchaus schon im Stall, wenn ich abends nocheinmal nach dem Rechten schaue. Und dann brauche ich mich ja auch nicht zu wundern, dass sie im Auslauf die windgeschützten Plätze bevorzugen. Da ich sie nachts sowieso immer in dem überdachten, relativ windgeschützten Bereich vor dem Stall einsperre, werde ich sie, um Streß zu vermeiden, nicht zusätzlich im Stall einsperren. Denn Wärme bringen sie dort nicht hinein, dann kann ich lieber alles offen lassen, so wie sie es gewohnt sind.

Probleme bereitet mir allerdings das Trinkwasser: da ich nicht immer schauen kann, ob die AquariumHeizung genügend Wasser hat, fällt die weg.
Hat noch jemand eine andere Idee? Wie tränkt Ihr? Ich möchte mir für die paar Tage Frost keine beheizbare Schwimmertränke kaufen! Mein Tränkeeimer hängt "eigentlich" frostsicher im Stall...
Grüße von Jürgen

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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon INTI » 26. Feb 2018 13:10

Es gibt Thermoeimer, Du kannst auch Eimer in Kübel und mit Bauschaum ausfüllen etc. Dann gibt es die Version mit einem Gestell, z. B. aus Steinen, wo man den Tränkekübel drauf oder rein stellt und wo darunter eine Grabkerze gestellt wird. Muß halt so sein, dass die Tiere das nicht umschmeißen können. Mußt maal etwas im internet nach Möglichkeiten suchen, da gibt es forenweise selbstentwickelte Ideen.
Wenn Du Strom im Stall hast, kannst Du auch so Wärmeplatten für Gewächshäuser ausprobieren, klappt bei uns bei den Meerschweinchen super, mußt halt sehen, wie Du das Kabel verkleidest, dass sie es nicht annagen.
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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon Marion Lamahieu » 26. Feb 2018 14:02

Hall Jürgen, hallo zusammen,

@Wasser: ich mache es genauso wie du, jeden Tag warmes Wasser bringen... und habe keine bessere Lösung gefunden. Vielleicht mit Solarzelle und Batterie... Na ja, bin auch gespannt ob jemand ne gute Lösung hat!

@Martina: Hier werden die Temperaturen das - 9°C erreichen. Bis jetzt habe ich wenig unternommen... die haben viel Futter, auch bisschen Kraftfutter, Wasser und den Bäumen/Unterstand. Unterstand ist 15 qm, und voll gekackt (trotz wöchentliches Putzen ist das Unterstand toll als Toilette). Ich weiß nicht ob ich die in die "Toilette" einsperre sollte :( Ich habe zwar eine Ponydecke gekauft, und sie macht keinen Problem (Lama ertragt es ganz gut), aber auch nur eine.

brrrrrrr
Kalt!!!
Bises
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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon INTI » 26. Feb 2018 16:11

Hallo Marion,
wir misten tagtäglich. Und der Unterstand/Stall sollte so groß sein, dass die bequem mit ausgestrecktem Hals darin liegen können, immer noch genügend Abstand voneinander und von den Wänden halten können und alle Fläche, die sie für Tränke, Heu und Klo benötigen muß noch dazu gerechnet werden...

Und man kann gar nicht so viel Kraftfutter geben, ohne dass es die Verdauung gefährdet, um die Minustemperaturen auszugleichen, da ist es mit einem winddichten Unterstand viel einfacher und gesünder, auch das Wasser friert erst später ein.
Grüße Martina
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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen @Martina

Beitragvon Jürgen » 26. Feb 2018 16:31

Hallo Martina,
danke mit dem Google-Tipp! Die besten Tipps hatte ich in diesem Forum von 2008/2009 gefunden!! :lol:
Man muss nur den richtigen Suchbegriff haben...auf das Einfachste "Tränken im Winter" war ich nicht gekommen... :oops:
Grüße von Jürgen

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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon Marion Lamahieu » 26. Feb 2018 17:28

Danke für Eimer - werde ich auch heute probieren!

Wegen Unterstand... Na ja.
den Verein für NWK empfehlt 2qm pro Tier für das Unterstand. Wir haben 5qm pro Tier. Die Lamas stehen auf der Weide 7-10 m entfernt voneinander, die Kotplätze sind mindestens 3-4 qm breit. Ich werde nicht hier einen Unterstand mit 100 qm bauen auf der 2000 qm Weide nur weil die zu stolz sind. Vielleicht aber einen Zz. Dach... muss es noch überlegen.

LG
Marion
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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon INTI » 26. Feb 2018 21:25

Ja dieses verwöhnte Pack ;-) mit nem Vordach ist doch auch schon mal geholfen, wir haben ja meist eh hauptsächlich mit Regen zu tun.
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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon Jürgen » 28. Feb 2018 22:55

Musste die Jungs heute abend tatsächlich aufstallen. Nicht wg der Kälte sondern wg extremen Sandflug: der Auslauf besteht nur noch aus Puderzucker :cry:
Wann regnet es auch noch mal wieder? :mrgreen:
Grüße von Jürgen

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Re: Haltung bei arktischen Verhältnissen

Beitragvon Marion Lamahieu » 1. Mär 2018 15:56

Hallo!

ich habe eine Ponydecke auf den ein Lama getan (er würde deutlich später geschoren) - und er hat 0 Probleme mit der. Er läuft, und springt und sich rollt, und Kot, und wiederkäut problemlos mit der.

es könnte eine gute Alternativ sein um Lamas bei -10°C oder weniger schützen :) Allerdings habe ich schon das kleinste gekauft (für Shetty)- und das für einen erwachsenen Lama. für Alpakas müsste man was selbst basteln...

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