Lamas als Landschaftspfleger :)

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Lamas als Landschaftspfleger :)

Beitragvon Steffel » 3. Jul 2017 16:55

Hallo ihr Lieben,
wir beabsichtigen in Kürze Lamas zu übernehmen. Gedacht haben wir an eine weibliche Gruppe von drei erwachsenen Tieren.
Wir haben eine alte verwilderte Streuobstwiese, die wieder aktiviert werden soll und teilweise in ein Freizeitgrundstück umgewandelt werden soll. Früher wurde das Grundstück von Schafen gepflegt, weshalb bereits ein Stall vorhanden ist, der nun aber erweitert und an die Lamahaltung angepasst wird. Dazu werden die bereits vorhanden 12 qm durch einen Vorbau mit 24 qm erweitert, der von zwei Seiten zugänglich wird. Ausgelegt soll er mit entsprechenden Gummiplatten werde.
Das Gelände ist sehr geschützt und zum Streuobst mit verschieden Bäumen bewachsen. Weshalb auch im Moment so gut wie keinen Grassorten dort wachsen. Hauptsächlich verschiedenste essbaren Waldkräuter und in großen Teilen Giersch, Brombeeren und Brennesseln.
Jetzt kommen wir zu meiner Frage. Kann ich die Lamas bereits zur Kultivierung des Grundstücks einsetzen, sprich ihnen die Beseitigung des unerwünschten Wildwuchses überlassen an neu entstanden Freiflächen entsprechende Pflanzen auszubringen, oder wäre es ratsamer, diesen erst selbst zu beseitigen, um vor Einzug der Tiere entsprechende Futterpflanzen anzusiedeln. Und wie schaut es aus mit Pflanzen, die bereits dort wachsen, wie Efeu. Sollte das entfernt werden, oder kann ich auf den Geschmackssinn der Tiere vertrauen, dass die in der Regel äußerst bitteren unverträglichen Pflanzen im frischen Zustand gemieden werden. Für eure Antworten bedanke ich mich schon mal und bin sehr gespannt.
Steffel

Re: Lamas als Landschaftspfleger :)

Beitragvon Aaralpaka » 3. Jul 2017 20:06

Hallo,

aus eigener Erfahrung würde ich erst mal das Grundstück sorgfältig kultivieren und Futterpflanzen sprich Gras "ansiedeln". Dann wirklich jede Ecke durchsehen und von giftigen und unverträglichen Pflanzen "säubern". Wenn zu wenig Futter da ist, treibt der Hunger alles rein oder auch die Neugier einzelner Tiere. Auf Ur-Instinkte bezüglich der Fressbarkeit von Pflanzen würde ich mich bei domestizierten Tieren aus fernen Ländern (dazu zählen ja Lamas und Alpakas dem Grunde nach, nicht jedoch die hier schon seit Tausenden von Jahren in Europa gehaltenen Schafe) nicht verlassen. Eine unserer Alpakastuten (und nur dieses Tier, nicht die gesamte Herde) hatte sich den Bauch vollgeschlagen auf einem solchen rekultiviertem Obstbaumgrundstück mit dort versteckt in der Ecke wachsenden wilden Knoblauch. Außer starkem Mundgeruch :oops: hat dies allerdings auch zu Koliken und enorm starken Durchfall geführt, der strahlweise abging. Gott sei Dank konnte der Tierarzt noch rechtzeitig eingreifen und nach 3 Tagen hörte der Durchfall auf. Das war uns aber eine Lehre. Jetzt gehen wir erst jede Wiese, die neu eingezäunt wird, vorher sorgfältig ab und schauen nach unverträglichen Pflanzen oder sonstigen Dingen, an denen sich die Tiere verletzen könnten (z. B. Scherben, zurückgelassener Weidedraht, Erdlöcher, Dornen (auch von Brombeeren!) etc.). Nicht zu vernachlässigen ist bei Obstbaumgrund auch die Vorliebe einiger Lamas/Alpakas für Obstbaumrinde. Manche fressen gar nicht an Rinde, manche nur an jungen Bäumen, andere wiederum an allen Bäumen. Da die Rinde gerne fetzenweise abgezogen wird, ist dies bei jungen Bäumen meist der Tod (für die Bäume, nicht die Lamas!) - außer man schützt diese entsprechend mit fertigem Baumschutz, Draht oder Holzpaletten.

Viele Grüße
Silke
Aaralpaka
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Re: Lamas als Landschaftspfleger :)

Beitragvon INTI » 3. Jul 2017 20:44

Huhu,
Du mußt auf jeden Fall alle giftigen Pflanzen von der Wiese entfernen, auch solche, die nicht auf der Wiese aber mit den langen Hälsen an deren Rand außerhalb des Zaunes erreichbar sind.
Es ist ein hartnäckiges Ammenmärchen, dass die Tiere giftige von ungiftigen Pflanzen unterscheiden können. Leider kostet diese Falschaussage mancher Unverbesserlichen immer wieder Tierleben. Tiere in ihrem natürlichen Habitat unterscheiden die dort ansässigen Pflanzen anhand des Geschmacks. ist ein tier dabei, dass einen anderen geschmack bevorzugt als die anderen und eine Pflanze frisst, die anders schmeckt, riskiert, dass es eine giftige Pflanze ist, stirbt daran und kann seinen Geschmackssinn nicht weitervererben. es vermehren sich also über die Jahrhunderte und Jahrtausende nur die Tiere, die genau diesen geschmack nicht mögen und daher überleben, weil sie das giftige Gewächs meiden. Diese natürliche Eigenschaft nützt dne Tieren aber gar nichts, wnen sie in ein habbittat kommen, deren Pflanzen sie gar nicht kennen, wo sozusagen die Versuch- und Irrtum- Geschichte wieder erneut beginnt. D. h. sie fressen hier giftige Pflanzen, sterben und es vermehren sich nur die, die diese eben nicht mögen, oder die ganze Art stirbt aus. Natürlich würde sich dnan in einigen Jahrhunderten wieder ein natürliches Gleichgewicht einstellen, wenn, ja wenn wir nicht ständig noch andere Pflanzen hier ansiedeln würden. Woher soll ein aus den Anden stammendes Lama wissen, dass aus Asien stammende Rhododendren giftig sind?
Also alles Giftige entfernen. Brombeeren und Brennesssel werden sie lieben, letztere evtl. erst nach dem Abschneiden. Sind aber gutes Futtter! Obstbäume werden nicht viel übrig bleiben, es sei denn, sie haben sehr hohe Äste und einen dicken Stamm. Lamas, die sich zum Erreichen der Blätter auf die Hinterbeine stellen, erreichen ganz andere Dimensionen, als Schafe ;-)
Sorgen würde ich mich derzeit außer um Giftpflanzen wie den Efeu, um das Obst auf den Obstbäumen. Unreifes Obst ist schädlich, reifes für NWK durch den hohen Zuckergehalt erst recht.Daher müßten die Obstbäume bis nach der Obsternte großräumig ausgezäunt werden.
Viel Spaß mit deinen Lamas!
Grüße Martina
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Re: Lamas als Landschaftspfleger :)

Beitragvon Steffel » 3. Jul 2017 21:33

Dann werd ich wohl mal morgen meinen Unkrautstecher zu Hand nehmen und mich ans Umsetzen der kritische Pflanzen machen, um auf Nummer sicher zu gehen. :) ich danke euch.
Steffel


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