Lendenschurz für Hengste?

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Beitragvon anny » 18. Mär 2010 10:05

Die Anti-Deckschürze werde ich natürlich nicht für Alpaka verwenden, ist aber dennoch als solche gedacht! Da ich es jetzt genau wissen wollte, habe bei der Firma BramaWest angerufen und nachgefragt.
Gruß Anny
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Beitragvon shorty » 19. Mär 2010 09:16

die Bockschürze dient bei Schafen schon auch zu "Verhütungszwecken".
Die Markierung zum Stichtag bestimmen ist richtig, aber nur ein Teil der Funktion.
Schafböckchen sind teilweise mit 3 - 4 Monaten schon zeugungsfähig, und decken wenn möglich Mutter und Schwester gleich mit.

Für die Bockherde sind Schafe aber oft in diesem Alter noch zu jung, oder man plant eine Schlachtung mit nem halben bzw. 3/4 Jahr ein, die Zeit dazwischen wird dann mit der Bockschürze überbrückt

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Beitragvon anny » 19. Mär 2010 22:38

Hallo Karin,
danke für die endgültige Aufklärüng zu diesem Thema.
Ganz liebe grüße Anny
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Beitragvon shorty » 19. Mär 2010 23:02

na ja , lese halt viel im Schafforum, obwohl ich selber keine habe, ist ähnlich wie hier :roll:
Man möchte doch über die Faserlieferanten Bescheid wissen, gelle :-P
Ich denke der große Unterschied zu Alpakas liegt einfach in der "Nutzung"
Wohl der größte Anteil an Schafen dient zur Fleischproduktion, Liebhaberei gibts auch, sicherlich, aber prozentual an Menge ist dieser Anteil geringer.
Da wird einfach anders kalkuliert, über nen hohen Bockanteil bei Lammungen freuen sich die Schaferer nicht wirklich, nur wenige Böcke sind Zuchtgeeignet, der große Rest landet in "klein-Sibirien".
Die Kastrationskosten sind im Verhältnis zum Wert des Tieres deutlich höher als bei Alpakas oder Lamas.


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Beitragvon nellifer » 20. Mär 2010 10:15

Hallo,

jetzt muß ich als ehemalige "Schaferin" auch noch meinen Senf dazugeben :wink: :

Die meisten Schafhalter kastrieren ihre männlichen Lämmer selbst, entweder mit der Kastrationszange oder durch das Anlegen von zwei Gummiringen per Spannzange (beides sehr unschöne Dinge, ich weiß auch nicht inwieweit diese Methoden heute noch erlaubt sind, habe schon seit einigen Jahren keine Schafe mehr, wird aber von den meisten Schafhaltern nach wie vor so praktiziert).
Das wird schon in sehr jungem Alter gemacht, auch damit das Fleisch nicht den typischen "Bockgeschmack" annimmt und man die Tiere somit länger mästen kann.
"Blutige" Kastration durch OP vom Tierarzt gibt es eigentlich eher selten.

Die Bockschürze wird normalerweise nur bei Tieren verwendet die später mal zur Zucht eingesetzt werden und das sind die wenigsten, der Großteil der Bocklämmer wird schon weit vor der Geschlechtsreife kastriert.

LG,
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Beitragvon shorty » 20. Mär 2010 11:03

Die Kastration mit Gummiringen ist in Deutschland seit einigen Jahren verboten.
Aber das ist ja nicht das eigentliche Thema hier :-)) Nur der Vollständigkeithalber.
Viele lehnen auch die Zangenkastration ohne Betäubung ab, da brauchste dann für letzteres auch den TA.

Vielen Dank trotzdem für die Antwort Nicole. Ist immer besser aus der Praxis nen Bericht, wie gesagt, bei mir ist das ja nur theoretisch alles :-)
Ich kenne jedenfals einige die Bockschürze einsetzen, einfach auch weil die weiblichen Lämmer in der Herde manchmal noch zu jung sind, nicht belegt werden sollen, oder man keinen Platz für ne richtige Bockherde hat, oder man die Lammungen zu ner bestimmten Zeit haben möchte.
Ist aber würd ich schätzen eher ne kurzfristige Kompromislösung als auf Dauer.

Liebe Grüße
Karin
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Kastration, Schürze

Beitragvon Heikki » 21. Mär 2010 03:51

die Kastration mit Gummiringen war sehr brutal!

Eine Schürze würde bei den Kameliden nicht gut sein. Erstens decken sie ja beim Liegen und die Schürze könnte leichter zur Seite rutschen, der Akt dauert auch wesentlich länger als bei den Schafen. Da ist es ja nur ein Sprung. Zweitens könnte das Benehmen des Hengstes auch mit der Schürze eine Ovulation verursachen. Drittens könnte eine Schürze Penisverletzungen verursachen.

Die Schürze wird bei den Schafböcken angewendet, weil sie ja die brünstigen mit dem Farbstempel markieren. Bei den Kameliden kein Gebrauch.
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Beitragvon nellifer » 21. Mär 2010 10:52

Es hat zwar mit der eigentlichen Frage nicht mehr viel zu tun, aber muß auch mal gesagt werden:
Gerade mit Schafen wurden (und werden!) einige sehr brutale Dinge angestellt, sei es die Kastration mit Gummiringen (mit dieser Methode wurden auch die Schwänze kupiert!) oder auch das in Australien weit verbreitete "Mulesing" wo große Hautstellen um den After herum einfach ohne jede Betäubung weggeschnitten werden, alles furchtbare Grausamkeiten die aber tagtäglich praktiziert werden.
Auch wenn das sog. "Ringeln" mittlerweile verboten ist wird es dennoch nach wie vor gemacht, die "Utensilien" dazu werden auch nach wie vor verkauft.

Das eigentliche Problem ist doch dass das Fleisch so billig wie möglich produziert wird damit der geschätzte Verbraucher dann in der Discounter-Tiefkühltruhe seine Lammkoteletts zum Spottpreis vorfindet.
Also wird auch bei Kastration ect. die billigste Methode gewählt, und das erstreckt sich auch auf alle anderen Nutztiere.

Zur Bockschürze:
Ich hab damit bei den Schafen schon nicht die besten Erfahrungen gemacht da die Tiere damit auch gerne mal am Zaun hängenbleiben ect., bei uns kam sie aber nur zum Markieren dran, nicht als "Verhütungsmittel".
Bei Alpakas kann ich mir das so gar nicht vorstellen, halte es auch für sehr gefährlich für den Hengst. Lieber trennen.

LG,

Nicole
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Mulesing

Beitragvon Heikki » 21. Mär 2010 18:40

die Leute in Australien scheinen eine eigene Vorstellung von dem Tierschutz zu haben. Suchwort "mulesing", wenn ihr etwas schreckliches sehen wolltet. Wird zwar den Merinos gemacht aber ich habe seit Jahren kein Schaffleisch von Australien gekauft, egal wie billig. Woher wissen wir eigentlich was die Idioten da mit den Alpakas machen. Wenn Schafzucht dort unmöglich ist, dann sollte man etwas anderes tun.

Leute, die meinen dass die Gummiringe nicht weh tun, sollten mit dem eigenen Finger probieren.
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Beitragvon Susi » 21. Mär 2010 18:45

Ist wirklich schlimm, wie vielerorts mit den "Nutztieren" umgegangen wird, nur um Geld zu sparen...
Schöne Grüsse
Susanne
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