Vitaminversorgung im Winter

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Vitaminversorgung im Winter

Beitragvon nellifer » 8. Feb 2010 16:15

Hallo zusammen,

wie versorgt Ihr Eure Tiere im Winter mit Vitaminen?
Mit Vitaminspendern wie Möhren ect. soll man ja eher zurückhaltend sein bzw. gar nicht verfüttern, Vitamininjektionen wie es manche Züchter machen gefallen mir aber auch nicht, wie also die notwendige (?) Vitaminversorgung im Winter sicherstellen?

Ich muß gestehen dass ich meinen Tieren schon Möhren füttere, aber sehr, sehr wenig, eine halbe Möhre pro Nase und Tag, ganz klein geschnippelt und großzügig auf der Weide verteilt damit sie was zu suchen haben und das eben auch nur im tiefsten Winter, ich mache das seit Jahren so und habe noch keine negativen Auswirkungen feststellen können, hab aber immer ein schlechtes Gewissen dabei.... :-?

Daher die Frage: Gibt es geeignete und vor allem "kamelidenmagenverträgliche " (tolles Wort!) :) Alternativen? Ist es überhaupt notwendig (gutes Heu und Mineralfutter vorausgesetzt)? Wie macht Ihr das?

LG,

Nicole
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Beitragvon INTI » 8. Feb 2010 17:02

Hallo Nicole!

Welche Vitamine sollen denn in den Möhren drin sein?

Wir geben das ganze Jahr über Rinder Ursonne Premium als Pulver von Dr. Schaette und haben seit über 10 Jahren sehr gute Blutwerte bei allen Tieren. Dort sind Vitamine enthalten, die sie wirklich brauchen.

Die Tiere haben das Pulver immer zur freien Verfügung und können davon soviel aufnehmen wie sie möchten. Jetzt im Winter verbrauchen sie auch wirklich mehr davon als im Sommer.

http://www.dr-schaette.de/produkte/shop ... d=153&cat=

Da kriegen die Tiere ganz ohne schlechtes Gewissen alles was sie brauchen und das lästige Schnippeln der Möhren entfällt ebenso. Außerdem wüßte ich nicht, wieviel Möhren sie fressen müßten, um ihren wirklichen Bedarf an allen möglichen Vitaminen zu decken und ob da auch alles, was sie brauchen ausgerechnet in Möhren, die im Herbst geerntet wurden drin steckt...
Gab grad neulich mal wieder einen Bericht, wie schnell Vitamine in Frischgemüse zerfallen und das man lieber Tiefkühlgemüse essen sollte...

Herzliche Grüße Martina
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Beitragvon nellifer » 8. Feb 2010 18:30

Hallo Martine,

Das Dr. Schaette füttere ich auch ad libitum, nur sind die Vitamine (A, D3 und E) darin nur begrenzt (6 Monate) haltbar und so schnell kriege ich den Sack oft gar nicht leer, kleinere Einheiten als die 25 kg gibt es ja leider nicht.

In Karotten ist viel Beta-Carotin (die Vorstufe zum Vitamin A) enthalten, außerdem Vitamin C, Vitamin B1 und B2 und auch Vitamin E.
Kameliden brauchen ja eingentlich nur Vitamin A, D2, D3 und E über die Nahrung, alles andere können sie durch Eigensynthese selbst decken.
Die Karotte ist zumindest in unserer Gegend das klassische (Winter)Saftfutter für Pferde, Schafe, Ziegen und Co. Wir haben sehr viele Anbauer (Hipp-Vertragsbauern) in der Gegend, die Dinger kommen fast den ganzen Winter über frisch aus dem Boden, sicher keine schlechte Qualität.

Es steckt aber zugegeben auch der Gedanke dahinter den Tieren was Gutes tun zu wollen, sie sind - wenn ich mich anstrenge und die ganze Weide ablaufe - oft stundenlang damit beschäftigt die Karottenstückchen einzeln zusammenzusuchen und lieben das, schnibbeln tu ich überdies auch gerne :)

Was sie allerdings zu Tiefkühlmöhren sagen würden weiß ich nicht, würden bestimmt erstmal dumm gucken und dann anfangen zu lutschen :mrgreen: . :mrgreen: :mrgreen:
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Beitragvon lamahof » 8. Feb 2010 19:46

oft stundenlang damit beschäftigt die Karottenstückchen einzeln zusammenzusuchen

Das ist natürlich eine fabelhafte Methode, auch die lauffaulsten Tiere im Winter vor den Stall zu treiben. Bravo! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Ich habe zu diesem Zweck den Asthaufen auf die andere Seite der Weide verfrachtet und sie müssen jetzt immer erst 150 m dahin laufen. Deine Methode finde ich aber viiiiel lustiger und für die Tiere interessanter.

Was die Vitaminzufuhr angeht: ich füttere auch nicht zu und meine sehen jedenfalls nicht unterversorgt aus .... Sind Alpakas da empfindlicher?
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Beitragvon nellifer » 8. Feb 2010 20:00

Ja, und beim "Möhrenstreuen" hat auch das winterbedingt bewegunsunlustige Frauchen gleich Sport :mrgreen: - wenn es dann mit dem ebenfalls winterbedingten täglichen Stallmisten fertig ist :roll:

Ich denke mal dass der Vitaminbedarf bei Lamas und Alpakas grundsätzlich gleich ist, nur sehr dicht bewollte Tiere haben u.U. einen erhöhten Bedarf an Vitamin D, um das (in der Haut) zu bilden brauchen sie UV-Licht (also Sonne), bei der dichten Wolle kommt aber gerade im Winter nicht allzuviel davon auf der Haut an (ist bei Wooly-Lamas evtl. auch so?). Das ist aber der einzige Unterschied der mir einfällt.

LG,
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Beitragvon lamahof » 8. Feb 2010 20:18

Ich nehme an, daß das bei Wooly-Lamas auch so ist. Problem stellt sich bei mir nicht, da ich vornehmlich Classics bis max. mittel bewollt züchte. Und der dunkle Medium hat ohne Ende Energie - von Vit. D-Mangel ist jedenfalls die Müdigkeit betreffend nix zu merken.
Aber selbst Woolies bekommen doch sicher genug D am Gesicht usw?
Gruß,
Anita.
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Beitragvon INTI » 8. Feb 2010 20:31

Bei den Temperaturen bei uns zur Zeit gehen die Tiere alle auf Sparflamme und bewegen sich wenig, um Energie zu sparen. Sie liegen viel mehr als sonst, nicht aus Faulheit, sondern weil sie unter sich so eine Art Wärmepolster bilden. Am Bauch, vornehmlich den Achseln und an den Sohlen verlieren sie ja auch die meiste Wärme. Über unnötige Bewegung könnten sie daher mehr Energie verlieren, als man ihnen durch ein paar Möhrenstücken zukommen läßt...

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Beitragvon nellifer » 8. Feb 2010 20:35

Hallo Anita,

ich weiß von einigen Alpakazüchtern dass sie deshalb ein oder zweimal wärend des Winters Vitamin D spritzen, vor allem den Fohlen da die Vitamin D zum Knochenaufbau benötigen (und es durch einen Mangel z.B. zu Fehlstellungen der Beine ect. kommen kann, habe ich aber ehrlich gesagt auch nur gelesen, meine Fohlen haben sich auch ohne Injektionen immer prächtig entwickelt) ob das nun unbedingt nötig ist kann ich nicht beurteilen, ich bemerke bei meinen Tieren auch keine Mangelerscheinungen und da sind schon welche dabei die auch im Gesicht mächtig viel Wolle haben, da gucken nur die Ohren und die Nase raus...ach ja, die Augen natürlich auch noch :lol:

LG,
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Beitragvon nellifer » 8. Feb 2010 20:42

Hallo Martina,

dann dürfte man aber im Moment auch keine Wanderungen ect. machen, da bewegen sich die Tiere sicher mehr als beim gemächlichen "Möhrensuchen".

Meine Tiere stöbern gerne auf der Weide rum sobald der Schnee weg ist, ob da nun Möhrenstückchen liegen oder nicht, sie liegen aber genauso stundenlang in den Unterständen bzw. unter den Vordächern, ich denke sie wissen diesbezüglich schon selbst was gut für die ist.

LG,
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Beitragvon INTI » 8. Feb 2010 20:59

Hallo Nicole,
bei einer richtigen Wanderung bewegen sich die Tiere ja so, dass ihnen wiederum warm wird, das ist ja beim Möhrensuchen nicht der Fall...
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