Fünfte Räder am Wagen?

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Beitragvon Susi » 19. Mär 2011 09:42

lucky hat geschrieben:
bei den landwirten wird vom bayrischen staat artgerechte tierhaltung für pferde gefordert,ansonsten drohen sanktionen.
im cross compliance 2011 seite 91 steht dazu:
pferde die vornehmlich für sport-und freizeitsportzwecken gehalten werden,werden im zusammenhang nit der regelung zum schutz der nutztiere nicht als landw. nutztiere betrachtet.

Das wäre ja auch nur folgerichtig! Welcher Bauer hält denn noch Pferde als Nutztiere
Das werde ich unsrer Amtsveterinärin gleich mal unter die Nase halten, wenn sie demnächst vorbeikommt wegen der Show-Bestätigung
Schöne Grüsse
Susanne
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Beitragvon mona61 » 19. Mär 2011 10:33

Nun, ich habe da mit Amtstierärzten auch nicht so tolle Erfahrugen gemacht (im Pferdebereich allerdings, aber davon müssten sie ja noch mehr Ahnung haben). Bei einer Haltung im knietiefen Brabbel ohne Unterstand mit verregnetem Heu, das da rein geworfen wurde und den rangniedrigen keine Fressmöglichkeit bot, sagte er zu einem Zweijährigen, der aussah wie ein auf die Knochen abgemagerter Einjähriger: "Der steht doch noch!" - - - Da war allerdings ein Kälteeinbruch gekommen und der arme Mickerling mit dem Schweif im Matsch festgefroren...

Was wohl weniger die wirklich guten Zuchttiere betrifft, wohl aber die "schlechteren": irgendwann ist der Markt gesättigt, wohin dann mit den Hengstchen? Und den zuchtuntauglichen Stuten ? Wo man noch möglichst verhindern sollte, dass sie noch Nachwuchs zeugen? Ich finde es gerade auf dem Gebiet Alpaka bedenklich, dass vielfach mit einem enormen Profit und der ach so wertvollen Wolle geworben wird. So träumt jeder Anfänger gleich davon, ins Zuchtgeschäft einzusteigen. Sollten wir vielleicht noch mehr dafür werben, dass nicht jeder züchtet, sondern die Tiere als tolle Lebensbegleiter schätzt? Ich jedenfalls überlasse das Züchten gern großen, fachkundigen Betrieben, zumal ich schon gezüchtet habe (nicht NWKs) und es mich belastet, wenn der Nachwuchs es dann mal doch nicht so gut trifft (ist mir trotz aller Vorsicht so passiert).

Kommt gut durch alle Nadelöre!
Lieben Gruß, Marion

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Beitragvon INTI » 19. Mär 2011 10:43

Sollten wir vielleicht noch mehr dafür werben, dass nicht jeder züchtet, sondern die Tiere als tolle Lebensbegleiter schätzt?

AUF JEDEN FALL!!!

Aber: "Große" Züchter müssen nicht automatisch viel Ahnung haben ;-)

Ich kenne ein Beispiel aus der Pferdezucht (Rennpferde), die ja nun mit zu den teuersten Pferdchen zählen. Da kennen wir Züchter, die alle zwei Jahre eins dieser Top-Rennpferde artgerecht großgezogen haben. Damit das Tier auch die beste Ausbildung das intensivste Training etc. erhält.
Mit anderen Worten Top-Genetik von einem "kleinen" Züchter mit viel Sachverstand, dass dann später den Tieren von "großen" Züchtern weg rennt. Ich denke aber auch, dass in der Pferdezucht die Leute schon davon weg sind, dass die Anzahl der gehaltenen Tiere etwas über die Qualität der Zucht aussagt. Zumindest weiter entfernt, als bei den Kameliden;-)
Grüße Martina
"Kaum ist die Ernte einer Erfahrung glücklich eingebracht, wird der Acker vom Schicksal umgepflügt." Johann Nestroy

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Beitragvon Susi » 19. Mär 2011 15:14

Ich denke, den Tieren wäre mehr gedient, wenn es statt einiger großer Züchter viele kleine Züchter gäbe. Die haben vielleicht 4-5 Fohlen pro Jahr, denen sie sich dann aber auch entsprechend widmen können, um sie dann als gut ausgebildete Freizeittiere verkaufen zu können. Und das mit der Wolle den Schafen überlassen ;-)
Schöne Grüsse
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Beitragvon INTI » 19. Mär 2011 18:55

Was ich immer nicht verstehe: Wieso sollen sich Faserqualität und Ausbildung gegenseitig ausschließen?
Es wird häufig so getan, als könnten gute "Fasertiere" (beklopptes Wort) kein Fuß vor den andern setzen... und umgekehrt, als wären gut ausgebildete "Freizeittiere" (noch ein beklopptes Wort ;-) ) nicht zur Zucht geeignet.
Ist doch irgendwie verkehrte Welt. Das schöne an den Tierchen ist doch, dass sie alles können, Spaß machen, super Faser liefern, korrekt gebaut sein etc. etc.
Herzliche Grüße Martina
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Beitragvon Susi » 19. Mär 2011 20:17

INTI hat geschrieben:Was ich immer nicht verstehe: Wieso sollen sich Faserqualität und Ausbildung gegenseitig ausschließen?

Na ja, theoretisch natürlich nicht, aber praktisch dann irgendwie schon... Wenn ich ein Freizeittier suche, kaufe ich kein Zuchttier, is schon ne Preisfrage ;-)

Und wenn ich ne gute Zuchtstute habe ("Fasertier"), dann ist sie meist kein so gutes Freizeittier, weil eben meist tragend oder mit Fohlen bei Fuß
Bliebe noch der Deckhengst, aber als Freizeittierhalter" möchte ich eigentlich keinen Hengst halten, den ich eventuell nicht mit anderen männlichen Tieen vergesellschaften kann.

Wobei Tiere mit extrem viel Faser vieleicht auch Probleme als Wandertier bekämen, schon wegen der Hitze und der vielen Wolle im gesicht und an den Beinen

Wobei auch die Faser von "Freizeittieren" genauso "super" ist, wie die von "Fasertieren", zumindest so preislich gesehen. Oder wird da irgendwo ein Unterschied gemacht?
Schöne Grüsse
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Beitragvon INTI » 19. Mär 2011 23:50

Wenn ich ein Freizeittier suche, kaufe ich kein Zuchttier

Wieso nicht? Ein Zuchthengst kann doch auch mal Sport laufen und nen Sattel tragen... soooo überbeschäftigt wird er ja nun nicht sein... und man sollte eh bei der Zucht genauso auf Charakter achten oder?
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Beitragvon lamahof » 20. Mär 2011 01:39

Wenn ich ein Freizeittier suche, kaufe ich kein Zuchttier, is schon ne Preisfrage


Was die Preisfrage angeht, stimmt das oft durchaus - vor allem bei Alpakas. Aber umgekehrt laufen viele Zuchttiere (zumindest bei den Lamas) auch durchaus alle Aufgaben eines "Freizeittieres" mit durch. Könnte bei Alpakas durchaus auch häufiger angewendet werden.
Ich nehme alle meine Zuchthengste für Wanderungen (mit und ohne Packsattel), Therapie, etc. Finde sogar, daß sich die Hengste zur Therapie fabelhaft eignen - allerdings hängt das wohl auch ein wenig von der Haltung ab. Bei mir zusammen mit den von ihnen gedeckten Stuten und den Fohlen. Sie sind dadurch viel ausgeglichener, als Hengste, die allein stehen. Ist zumindest meine Erfahrung. Und ob dann freie Stuten oder Wallache zusätzlich bei Wanderungen mitlaufen, ist "wurscht", wenn sie entsprechend trainiert sind. Ausnahme bilden aber auch bei mir die Kombination aller (Lama-)Zuchthengste mit einer freien Stute auf einer Wanderung. Da ist dann doch das Weglassen der Stute ein limitierender Faktor - stimmt schon. Aber auch nur, weil "Anfänger" die Tiere führen und man mögliche Probleme ja vermeiden möchte.
Und meine Zuchtstuten laufen auch mit (gut, einige wenige Monate im Jahr dann nicht, aber ansonsten durchaus). Tut ihrer Kondition wirklich keinen Abbruch. ;) Und in der Zeit, in der sie nicht laufen, ersetzen die Fohlen dann den "Ausfall".

Das Argument mit der hinderlichen vielen Faser beim Wandern sehe ich auch so - scheren ist kein Argument, da das ja nachwächst.

Aber stimmt schon, da zur Zucht weniger geeignete Tiere meist preislich günstiger sind, ist das natürlich ein valides Argument. Das ist aber auch das einzige, welches mir gerade einfällt. Außer man läßt gelten, daß gute Zuchtgene vielleicht auch mal weitergegeben werden sollten und man als Züchter evtl. auch darauf achtet.

Oder wird da irgendwo ein Unterschied gemacht?

Sehe ich hier beim Rohwollverkauf nicht - da kommt es auf die Qualität an. Ob sie von einem Zucht- oder einem Freizeittier stammt, ist egal - das sieht der Käufer meist eh nicht. Wenn ich irgendwo Alpakawolle einkaufe und dann weitergebe, weiß ich auch nicht, von welchem Tier sie stammt.
Und da Classic-Lamas ja merkwürdigerweise immer noch als "nur Freizeittiere" gelten: zumindest hier bei mir in der Gegend ist die Wolle von ihnen von Handarbeitsleuten (Spinnen, Weben, Filzen) weitaus gefragter, als die von stärker bewollten Tieren - hauptsächlich wegen der Feinheit. Und ganz viele Filzer wollen die Grannenhaare haben und bestellen bei mir unsortierte Classic-Lamawolle.
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Beitragvon mona61 » 20. Mär 2011 08:44

Schön, dass ich hier so viele Gleichgesinnte finde. Mein Ausdruck "große" Züchter war wohl etwas missverständlich, ich meinte weniger die Größe der Betriebe als die Qualität ihrer Tiere.
Ich bin noch in keinem der Kameliedenvereine, aber könnten nicht auch sie ein wenig mehr tun für den Schwerpunkt "Lebensbegleitung durch NWK", wie ich es mal nennen will?
Ach, und die Wolle, die gehört bei mir zum pädagogischen Konzept dazu: tiergestützte Pädagogik und Natur und ihre Kreisläufe gehören für mich zusammen (bin kein Freund von "Ringelrein in Reithallen"): die Alpakas grasen nach den Pferden die Weiden ab, wir füttern und misten sie, aus dem Mist machen wir Kompost, den Kompost nutzen wir für die Tomaten... und eben die Wolle zum Verarbeiten. Außerdem habe ich so die Möglichkeit, Natur und Kultur zu verbinden, hier das Herstellen von gefilzten kunsthandwerklichen Dingen... einfach tolle Möglichkeiten, über die ich mich immer wieder freuen kann und die Kinder tun es auch.
Lieben Gruß, Marion

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Beitragvon lucky » 20. Mär 2011 08:56

alpihengst mozart habe ich oft als so ein 5.rad empfunden.
er war damals ein sogenannter tierschutzkauf.zeitweise lief er in der jungsherde mit.wenn er seinen rappel bekam jagte er die grossen lamas schreiend über die weide.

bei seinen therapeutischen einsätzen ist er diszipliniert und sehr rücksichtsvoll.

habe ihn kürzlich 15-jährig kastriert.er hatte zu grosses interesse an lamastuten gezeigt. :roll:
http://frankenlamas.magix.net

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