Beginn einer Zucht

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Beginn einer Zucht

Beitragvon Bine » 14. Feb 2017 12:45

Hallo,
ich besitze zur Zeit 4 Hobby-Alpakas in Niedersachsen. Nun würde ich mir gerne 1-2 tragende Zuchtstuten anschaffen und so langsam mit einer Alpaka-Zucht beginnen.
Wir haben keine Landwirtschaft und meine Sachkundeprüfung werde ich Mai ablegen. Benötige ich noch mehr?
Was genau muss ich beachten? Muss ich ein Gewerbe oder eine gewerbliche Tierzucht anmelden? Muss ich mich noch mit dem Veterinäramt oder so in Verbindung setzen und muss ich dafür einem Verein wie z.B. Aelas oder AZVD beitreten?
Habe schon versucht mir da Klarheit zu schaffen aber irgendwie bin ich da doch noch ein wenig verwirrt. :oops:

Wäre toll, wenn ihr mir da irgendwie weiterhelfen könntet. :mrgreen:
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Re: Beginn einer Zucht

Beitragvon INTI » 14. Feb 2017 13:41

Huhu,
grundsätzlich mußt Du jede Haltung von NWK Deinem Veterinäramt melden, also auch jetzt schon, ohne Zucht. Für eine gewerbliche Zucht benötigst Du die Sachkunde, für eine private nicht. Also erst, wenn Du gewerblich die Tiere hälst. Das ist noch nicht gegben, wenn Du ab und an ein Fohlen veräußerst. Es ist aber gegeben, wenn Du zum Beispiel Spaziergänge anbietest oder die Wolle vermarktest.
Wenn Du ein Gewerbe aufbauen möchtets, mußt Du selbstverständlich ein Gewerbe anmelden. Allerdings wirst Du bei zwei Zuchtstuten sicher noch keinerlei Einnahmen verbuchen können und ich würde von daher mit der Gewerbeanmeldung noch warten.
In einen Verein brauchst du nicht einzutreten. Auch wenn immer wieder von einer bestimmmten Seite versucht wird, dass den Leuten einzureden, ist es in deutshcland absolut freiwillig, ob man und in welchen Vereinn man eintritt. Es gibt nichts vergleichbares, wie z. B. den verpflichtenden Equidenpass für Pferde, der gesetzlich vorgeschrieben ist. Oder andere Vorgaben, wie beim VDH/FCI für Hunde oder Rinderzucht/Schafzucht etc. Es gibt auch keinen übergeordneten Verein, keinerlei gestezliche Richtlinien. Allerdings: Wenn Du in einen Verein eintrittst, dann mußt Du Dich auch an deren jeweiligen vereinsinterne Regeln und Bestimmungen halten, sonst braucht das kein Mensch.
Wenn Du das möchtest, dann lies Dir die Internetseiten der einzelnen Vereine aufmerksam durch, auch was da so alles an Kosten auf Dich zukommen wird.
AELAS, soviel kann ich Dir sagen, ist eine Arbeitsgemeinschaft, da sollte man schon aktiv sein, wenn man mitmachen möchte. Dazu zählen z. B. auch Showteilnahmen! Über Mitgliederzahlen definiert sich AELAS nicht. Näheres unter www.aelas.org
Bei LAREU www.lareu.org kann jeder europaweit seine Tiere kostenlos registrieren. Er hat dann auch einen unendlichen Stammbaum, wenn die Generationen jeweils eingetragen sind. LAREU hat auch ansonsten einiges bewirkt, DNA-Bestimmmungs-Zusammenarbeit verschiedener Labore zum Beispiel. Dort kann man auch den dem Equidenpass ähnlichen Kamelidenpass für seine Tiere beantragen (dies kostet dann natürlich was). Über die anderen Vereine, informierst du Dich am Besten selbst. Es kommt drauf an, was man möchte udn wo maan sich wohl fühlt. Ein "Muß" gibt es nicht.

Beste Grüße Martina
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Re: Beginn einer Zucht

Beitragvon Bine » 14. Feb 2017 15:16

Danke für die schnelle Antwort :).

Was ist denn der Unterschied zwischen einer Show und einer Zuchteignungsprüfung? Oder ist das das gleiche?
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Re: Beginn einer Zucht

Beitragvon INTI » 14. Feb 2017 16:57

Nein, das ist absolut nicht miteinander zu vergleichen. Bei einer Zuchteignungsprüfung muß das Tier den Bestimmungen des jeweiligen Vereins entsprechen. Bei einer Show werden die anwesenden Tiere vergleichend gerichtet, je nach den Kriterien, die der Veranstalter vorgibt. Es lohnt sich immer das Kleingedruckte zu lesen und zu schauen, was man selber möchte und ob das Vorgegebene Sinn macht. Sowohl bei Shows als auch bei den Vereinsvorgaben.
So sollten auf Shows die Bewertungskriterien zuvor angekündigt sein, ob da z. B. Wolle und Körperbau 50/50 bewertet wird, oder ob es Gruppen für geschorene Tiere gibt, bei denen 100% Körperbau gewertet werden kann und extra Vliesshows, wo man unabhängig vom Körperbau 100 % die Faser richtet. Viele Veranstalter bewerten 60/40 oder gar 70/30 die Faser mehr als den Körperbau, was ich persönlich für bedenklich halte. Auch gibt es Shows, auf denen das können und die Leistungen der Tiere und Tierführer gerichtet werden, etwas das bei Zuchtprüfungen niemanden interessiert. Ebenso gibt es auf Shows die Bewertungen der Tiere nach ihren Nachkommen, ein Kriterium, dass für die Zucht sehr wertvoll ist, auch dieser Aspekt bleibt bei den Vereinsprüfungen unberücksichtigt.
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Re: Beginn einer Zucht

Beitragvon Thalpaka » 14. Feb 2017 19:23

Ich frage mich, wo mein Post geblieben ist...
Aber MArtina hat vieles davon auch geschrieben.

Ich wollte nur hinzufügen, dass es wichtig ist, dass du weißt, was Du züchten willst.
Einfach nur ein paar Fohlen braucht niemand, denn der Markt ist voll.

Ich würde Dir daher raten, den AELAS B-Kurs ebenfalls zu belegen.
Da lernt man ganz viel über die Qualität von Tieren, auch unabhängig von Stammbaum oder Showerfolgen.
Du sollst ein gutes Tier von Dir aus erkennen können.
Es gibt leider Züchter, die erzählen dir das Blaue vom Himmel, und jeder Junghengst ist ein potenzieller Zuchthengst.

Was hatte ich noch geschrieben?
...
Ach ja:
In einen Verein musst Du nicht, aber ich rate Dir zum Chip, zur Registierung und zur DNA-Verifizierung. Das geht bei Lareu - auch ohne Verein. Dort bekommt man auch einen schönen Pass für sein Tier, in den man alles eintragen kann, was ich sehr praktisch finde.

Was Dein Veterinäramt für Auflagen macht, solltest Du dort erfragen,d as kann sehr unterschiedlich sein. Alpakas müssen immer dort gemeldet werden, jedoch manchmal gebührenpflichtig,manchmal nicht... Es ist immer gut, den Veterinär zu kennen und ihn nett zu behandeln, dann behandeln sie Dich auch in Zweifelsfällen nett (oweh, wenn ich an meinen falsch positiven Brucellose -Test denke, schrecklich)
Liebe Grüße, Wiltrud

4.0 Alpakas, 2.0 Lamas, 0.1 Katze, 3.1 Kaninchen, 1.5 Wachteln, 2.0 Rothörnchen, 1.0 Streifenhörnchen

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin,
und niemand ginge, einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
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Re: Beginn einer Zucht

Beitragvon Bine » 19. Feb 2017 09:05

Danke für die umfangreichen Antworten. Jetzt ist mir schon einiges klarer. Bei dem B-Kurs habe ich mich bereits angemeldet und kann kaum abwarten dass es los geht :D
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