Fehlprägung

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Fehlprägung

Beitragvon Marion Lamahieu » 23. Jan 2018 09:11

Hallo zusammen!

Ich habe eine Frage, die nicht Praxisorientiert ist: warum ist die Fehlprägung einen Problem bei Neuwelkamelideen und nicht bei anderen Nutztiere?

Eine Fehlprägung bedeutet dass das Tier zu früh zu viel Kontakt mit Menschen gehabt hat, so das er nicht das Unterschied zwischen Menschen und sein Art-genossen macht. Es führt dazu, dass er Menschen in seine Rankordnung einbezieht (mit Dominanzverhalten, ggfalls auch Kämpfe usw.).

Warum ist es ein Problem nur bei Lamas/Alpakas?
Wir manipulieren Hunde/Pferde sehr früh, die auch Herdentiere sind, auch strickte Rankordnung haben...

Hat jemand was darüber gelesen?
Bises
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Re: Fehlprägung

Beitragvon INTI » 23. Jan 2018 10:53

Warum das ein Problem bei NWK ist, nicht aber bei Hunden und Pferden, das liegt in der Art der Tiere begründet. Ich möchte nicht auf Hunde und Pferde eingehen, aber bei NWK gibt es folgende Möglichkeiten: Stuten machen untereinander eine Hierarchie aus. Dies geschieht recht ruppig, wenn sich wer nicht unterordnet, aber immer auch mit Spucken. Das möchte man als Mensch nicht, von Stuten für eine Stute gehalten werden und einfach zur Seite gedrängt, angerempelt, bespuckt und getreten werden. Verhalten, dass diese Tiere dem Menschen gegenüber nicht zeigen, aber untereinander. Daher möchte man nicht, dass NWK einen für ihresgleichen hält. Bei Gänsen zum Beispiel, ist eine Fehlprägung auf den Menschen nicht so schlimm, weil die ganz anders miteinander umgehen. Wenn ein NWK Hengst den Menschen für seinesgleichen hält, dann wird dieser aus der Herde vertrieben, bis er außer Sicht ist und der Verfolger keinen Lust hat noch weiter hinterher zu laufen. So lösen sie das Problem untereinander. nun kenne ich persönlich aber keinen Menschen, der so schnell laufen kann wie ein Lama oder Alpaka. Bleibt der "Artgenosse" aber stehen und rennt nicht, bis der Stärkere aufhört, ihn zu verfolgen, dann wird er bis aufs Letzte bekämpft. Und wer schon mal einem fehlgeprägten schafsbock begegnet ist, der weiß, dass das schon schlimm ist, aber NWK haben zusätzlich noch Zähne, die sie beim Kampf einsetzen. Natürlich kann es auch sein, dass ein NWK Hengst den Menschen nicht als Konkurrenzhengst ansieht, sondern als Stute, aber auch dann kenne ich niemanden, der von einem ausgewachsenen Deckhengst zu Boden gerungen werden möchte, denn die Tierchen tun es nun mal im Liegen.
Zum einen ist es also für den Halter selbst sehr gefährlich, NWK fehl zu prägen, denn solche Tiere werden mit der Geschlechtsreife unberechenbar und nicht mehr händelbar, einfach weil sie sich naturgemäß verhalten und wir Menschen da nicht mithalten können. Zum anderen steht den Tieren eine schlimme Zukunft bevor in einem Land, in dem sie immer auf den Umgang mit Menschen angewiesen sind, der sie aber, aufgrund der Lebensgefahr, in der er dabei schwebt nicht mehr versorgen kann.
Beste Grüße Martina
"Kaum ist die Ernte einer Erfahrung glücklich eingebracht, wird der Acker vom Schicksal umgepflügt." Johann Nestroy

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Re: Fehlprägung

Beitragvon Marion Lamahieu » 23. Jan 2018 11:17

Hallo und danke für die Erinnerung.

Allerdings ist echt meine Frage: warum bei Lamas/Alpakas und nicht bei Pferde, Hunde und Kühen?

Was unterscheidet die Konsequenzen von früh Behandlung zwischen diese Nutztiere?

Irgendwie habe ich bis jetzt keine selbst-erklärende Lösung dazu...

Bises
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Re: Fehlprägung

Beitragvon Thalpaka » 23. Jan 2018 15:27

Ich hatte heut morgen ganz viel drüber geschrieben... ist weg, doof...

Also:
Das Thema ist bei anderen Tierarten auch ein Thema!
Google mal Fehlprägung!

Flaschenlämmer sind im Erwachsenenalter oft äußerst schwierig - sie enden dann eben als Braten.
Pferde sind fehlgeprägt und falsch sozialisiert ein Riesenproblem. Ebenso Kühe.
Die alle werden eben geschlachtet - und es fragt kaum einer danach.
Hunde, Katzen, die sind fehlgeprägt völlig verhaltensgestört.
Von Menschen aufgezogene Gänse rennen ihm immer hinterher - und lernen nicht schwimmen oder in den Süden fliegen.
Streifenhörnchen aus Handaufzucht sind fliegende Beißmonster, weil sie absolute Einzelgänger sind und jeden Eindringling ins Revier bekämpfen..

Ich weiß nciht, wie du darauf kommst, das Fehlprägung kein Problem sei.

Bei Lamas is ein besonderes Problem die lange Prägephase von ca. 6 Monaten.
Bei anderen Tierarten (Auch bei Pferden!) ist die viel kürzer (manche nur ein bis zwei Tage).
In dieser Zeit soll ein Tier unbedingt Menschen als freundlich kennen lernen (Katzen sind immer wild, wenn sie Menschen in der Prägephase nicht kennen lernen) - aber nicht als Artgenossen, sonst resultieren IMMER massive Verhaltensänderungen.
Liebe Grüße, Wiltrud

4.0 Alpakas, 2.0 Lamas, 2.0 Kater, 3.1 Kaninchen, 2.0 Rothörnchen, 1.0 Streifenhörnchen, 2.0 Rennmäuse

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin,
und niemand ginge, einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
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Re: Fehlprägung

Beitragvon Marion Lamahieu » 23. Jan 2018 16:39

danke :)

das ist eine tolle Antwort. Ich hatte nicht die Idee dass Fehlprägung keinen Problem wäre, sondern warum so wenig dann über die Konsequenzen von Fehlprägung bei anderen Nutztiere berichtet wird. Warum bei Kamelideen Haltern es so einen Thema wäre und nicht bei Peerde Haltern (wer fragt beim Kauf von Pferd, ob das Tier fehlgeprägt ist, oder seid wann ist er im häufigen Kontakt mit Menschen...)

auf jeden Fall, deine Antworte befriedigen mich :)
bis dann!
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